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George in der Wäck in Oschwand

Schon die Fahrt nach Wäckerschwend, irgendwo fern von gewohnter Zivilisation, war ein Erlebnis. Endlich durften wir wieder einmal die Nebelsuppe durchbrechen und landeten dort, wo Mond und Sterne prächtig die verschneite Landschaft beleuchten und ein Mobiltelefon nutzlos ist. Nach einem ausgezeichneten, grosszügigen Abendessen im gemütlichen Restaurant Sonne begaben wir uns ins oberste Stockwerk des Hauses und genossen den Mundart-Obe auf dem ehemaligen Heuboden.

Schweizer Songs haben uns auf die bevorstehenden Konzerte von Scream und George bestens eingestimmt. Eigentlich wäre ja Aextra am Start gewesen. Sänger Schibä kämpfte jedoch gegen eine Rachenentzündung und konnte deshalb nicht auftreten. An dieser Stelle wünschen wir ihm schnelle Besserung. Kurzfristig konnte Scream engagiert werden. Die vier Herren spielten Lieder über den „Värslischmid“ Mani Matter, über den „Bruchpilot“ und „Willy“. Ihm verdankt Scream den Namen ihres aktuellen Albums „H.A.L.L.O.“. Genau dieser Willy wollte nämlich für Ruhe im Quartier sorgen und mahnte Scream immer wieder, bis er eines Tages da stand und meinte: „H-A-L-L-O, ghöret ehr mi eigetlech?“ Unsere Schuhe litten, speziell beim Song „Schueh sind zum Laufe da“ oder eben zum Tanzen. Die professionellen Hobby-Griller verrieten uns auch „Wemer nid da sind, simmer ade Sunne“. Trotz Publikum, welches eigentlich nicht Scream erwartet hatte, war die Stimmung grossartig. Spätestens bei „Aquarium“ und „Fahrlässig“ gab es keine stillen Füsse und geschlossene Münder mehr.

Dann stürmte George, eine Band aus dem Berner Seeland, die Bühne. Und wie! Gleich beim ersten Song gab George bekannt, worum es hier geht: Um eine Band mit starker Bühnenpräsenz, Rock im Blut und um „I bi o nume e Maa“. Sänger George Schwab, welcher sich schon lange einen Auftritt auf der Wäck gewünscht hatte, war ständig in Bewegung und überzeugte mit seinem emotionellen Gesang. Am Bass lächelte Roger Sigrist und Superman Chris Mathys spielte Gitarre. David Brotschi hatte Keyboards und Akkordeon im Griff und hinter beziehungsweise vor dem Schlagzeug sitzte und stand DeeDee Kaufmann, welcher so richtig den Takt durchgab. Zum ersten Mal dabei war Regula Bauriedl, sie verstärkte den Gesang. Völlig überwältigt war George, als das Publikum gleich bei mehreren Songs die Refrains textsicher selber wiederholte. Bei der rockigen Version von „Vogel ohni Flügel“ von Peter Reber, CD-Götti des zweiten George-Albums „Adrenalin“, zog es den Sänger ins Publikum und von „Zrugg zu dier“ war das Volk total begeistert. Nach dem Hit „Hie bin i daheim“ und „Ewige Summer“ war das Konzert leider schon vorbei, das Publikum wollte die Band jedoch kaum gehen lassen, im Chor wurde einfach weiter gesungen. Nach diesem fantastischen Konzert mit genialer Stimmung zog es mich direkt zum Stand mit den George-Albem. „Härz“ heisst das jüngste und ist sehr empfehlenswert. Noch bis September ist diese Band auf Tour – nütze die Chance, es lohnt sich!

Band: George