Kunz in der Jazz Tomate in Bremgarten

Bremgarten – eine halbe Weltreise dorthin zu kommen – 2,5 Stunden und vier Mal umsteigen. Ein paar Tage davor hatte ich bei Joiz mitgekriegt, dass der eine oder andere Song von Kunz nun wohl anders klingt. Ich ging somit wohl etwas voreingenommen ans Konzert.

KUNZ war in riesen Buchstaben im Hintergrund der Bühne an die Wand geschrieben. Erst, als die Show dann begann, realisierte ich, dass das Ganze auch beleuchtet war. Da unten im Kellerraum, in der Jazz Tomate Bremgarten, hatte sich ein grosses Publikum versammelt – Management, Produzenten, Familie und Bekannte, Fans und sogar prominente Gäste. Alle waren gespannt auf die Premiere – aufs Konzert, auf die neuen Lieder des am 2. Mai erscheinenden Debütalbums „Eifach so“.

Dampflokgeräusche als Intro und die fünfköpfige Band gefolgt von Marco betreten die Bühne. „Wär het behouptet dSchwiz het keis Meer, das cha nid wahr si, denn ich has scho gseh…“. Gleich das erste Lied schon ein mir bekannter Ohrwurm und davon, solchen Ohrwürmern, haben Kunz einige mehr – mit „Juliette“, „Schwedinne“ oder eben den „Vierwaldstättersee“. Während 1,5 Stunden haute die Band ganz schön auf die Pauke – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Obwohl ich einige Konzerte von Marco schon gesehen hatte, auch mit Band, gab es einige neue Eindrücke.  Hackbrett, Elektro-Kontrabass, Pauke, Schellenring und Mandoline lassen den Sound von Kunz folkig klingen.

Und hoppla, da hatten wir plötzlich ganze Kamel- und Schafherden im Raum, als die ersten arabischen Klänge seiner Version zum allseits gut bekannten „Sidi“ ertönten. Man war sich nicht so einig, wie die Tiere sich denn nun anhören sollten. Die Musik von Kunz klingt durch und durch vielseitig. Dazu eine bunte Lichtshow. Die Luzerner-Mundarttexte von Kunz sind publikumsnah – eben für „Lüüt so wie mer“ – nachvollzieh- und mitfühlbar, einfach zum Mitsingen. Kurze Line-Dance- und Singlektionen gab es für und mit den Zuschauern auch, und um zwischendurch etwas zu verschnaufen einige Balladen wie „Was us der worde esch“, und die bereits von der EP bekannten „De Bescht“ sowie „Ned allei“.

Kunz fanden Anklang beim Publikum und wurden mit anhaltendem Applaus und Zugaberufen gefeiert. Mit der aktuellen Single „Settig Momänte“, „Eifach so“ und „Schlaf nume i“ endete die Show. Und ich vermute, an die veränderten Lieder werde ich mich wohl auch noch gewöhnen. Vor allem wenn ich dann, das von ihm gestern bereits mit Stolz präsentierte 1. Album, auch in den Händen halten darf.