Fankhauser Philipp im Hotel Murten in Murten

Ein Takt, zwei Takte, schon ist der Blues im Blut und Fankhausers Stimme lullt mich ein, trägt mich weg. Zwischen den ersten paar Songs gibt es keine Pausen, keine Zeit, wieder aufzutauchen. Die Musik nimmt mich völlig mit.

Zwischendurch recke ich den Hals um sicher zu gehen, dass da wirklich „nur“ fünf Musiker auf der Bühne stehen – es klingt so viel grösser, umfangreicher, nach mehr als fünf Instrumenten. Aber es sind zu Beginn wirklich nur fünf. Bis drei Bläser dazu kommen. Zu acht stehen sie nun auf der Bühne und Fankhauser erzählt von Zeiten, in denen hinter ihm auf der Bühne mehr Leute gestanden hätten als im Saal. Diese Zeiten sind vorbei, das Hotel Murten ist ausverkauft.

Jeder der acht Musiker findet seine eigenen Bewegungen zur Musik, mal sehr energetisch, dann strahlt die Bühne wieder Ruhe aus. Der Zuschauer schwankt zwischen dem Wunsch loszutanzen und dem Gefühl, sich mit einem heissen Tee unter eine Wolldecke kuscheln zu wollen – je nach Song. Aber ohne Brüche dazwischen, im Set schmiegt sich jeder Song dem vorherigen an. Dem Publikum bleibt wenig Zeit zum applaudieren – oft geht der Applaus für ein Lied sofort in ein rhythmisches Klatschen zum nächsten Song über. Oder es wird mitten im Song ein gelungenes Instrumentalsolo bejubelt. Zum Beispiel auch dann, als Richard Spooner sein Schlagzeug für einen Song seinem Schüler Marc Egloff überlässt. Dieser darf den Song „Love man riding“ begleiten.

Fankhauser ist ein Vollblutmusiker, und so ist es auch seine Band. „Give it up“, sagt er immer wieder zu seinen Musikern. Oder am Schluss noch einmal „Take it down“: Das Publikum wird still. Das Gerede im Saal verstummt, fast andächtig singen die Zuschauer die Songzeilen mit: „The rich have to cry, the poor have to cry…“ Und dann ist das Konzert nach fast zweieinhalb Stunden vorbei. Anstatt nach Hause zu gehen, kaufen einige lieber das neue Album „Home“ – oder ein paar Funky Socks. Socken am Merchstand seien zwar peinlich, meint Fankhauser, aber die T-Shirts hätten ja doch immer die falschen Grössen. Da sind Socken einfacher.

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