Sibill et les Beaux im Café Marta in Bern

Sibill et les Beaux lassen sich für jedes Konzert im Café Marta etwas Besonderes einfallen. Dieses Mal sollten es Mani-Matter-Songs sein. Haben wir die nicht alle schon einmal gehört? Jedenfalls bestimmt nicht so, versprechen die Musiker zu Konzertbeginn.

Und damit behalten sie zweifelsohne recht. Schon im ersten Stück schmuggeln die sechs eigene Songzeilen in den bekannten Text. Was sie dem Glünggi und Sürmu, dem Löu und dem Blöde Siech sagen wollten, ist eigentlich nur: „Give Peace a Chance!“ Es folgen weitere überraschende Interpretationen der bekannten Songs. Der „Alpeflug“ verkommt fast zu einem Theaterstück. Auf zwei Stühlen, in Sportflugzeugmanier hintereinander auf der Bühne angereiht, stellen zwei Sänger den Dialog um das schwindende Benzin nach. Daneben gibt ein dritter die Regieanweisungen zum Besten – das Ganze musikalisch unterlegt und in Mani Matters Melodie eingebettet.

Die Spielweisen sind genauso vielfältig wie kreativ. Mal singen und spielen alle sechs Musiker gleichzeitig mit Gitarren, Posaune, Saxofon, Cajon und vielen anderen Saiten, Mundstücken und Schlagwerkzeugen, die ich nicht benennen kann. Daneben stehen Soloparts, die andern können währenddessen ihr Bier trinken. Einige Songs sind langsam, Textzeilen werden x-fach wiederholt, Bläsersoli erklingen. Ein anderer ist so schnell, dass ich Mühe habe, den Cajon-Spieler bei seinen Bewegungen noch scharf sehen zu können. „Die Songs si immer so schnäu verbii“, klagen die Musiker. Kaum sei man drin, seien sie auch schon vorbei. Und weil es so kurzweilig und abwechslungsreich ist, scheint auch das Konzert sehr schnell vorbei.

Aber wie dem Maler am Schluss die Kuh für sein Bild fehlte, mangelte es den Zuschauern im Café Marta wohl an nichts!